Dienstag, 2. November 2010

bewusst, weniger, frisch, konsequent! , bio+regional?

Freitag ging sie zu Ende, die ARD Themen-Woche "Essen". Ich fand es interessant.
Ich/wir wind mächtig ins grübeln gekommen. Einige Dinge sind stärker ins Bewusstsein gerückt und viele neue Informationen haben wir aufgesaugt.
Entgegen vieler anderer Dokus, Reportagen und Berichte ist sehr viel bei uns hängengeblieben und hat uns nachdenken lassen. Kaum war eine Sendung zu Ende haben wir darüber diskutiert.
Und das Ergebnis? Diese Themen-Woche ist nicht spurlos an uns vorrübergegangen.

Wir haben spontan beschlossen bewusster einzukaufen und bewusster zu essen.
Ob dieser spontane Beschluss allerdings auch „nachhaltig“(Modewort?) im Sinne von dauerhaft sein wird bleibt abzuwarten.

Jedenfalls waren wir bei allen drei Einkäufen diese Woche sehr darauf bedacht die Inhaltsstoffe zu studieren und alternativen zu finden.
Auf unserer Roten Liste stehen: Glutamat, Inosinat, Guanylat, Hefeextrakt, Gewürsextrakte, und Aroma. Auch Pökelsalze versuche ich zu umschiffen, was allerdings gar nicht so einfach ist.

Da wir bisher alles andere als gesund essen, zumindest wenn man die Regel „5 am Tag“ kennt, müssen wir uns wirklich am Riemen reißen.

Es gibt da ja auch ein paar nette Sprichworte: Was der Bauer nicht kennt isst er nicht.
Da aber Einsicht ja der beste Weg sein soll gibt es einen Schlachtplan.

· Selber kochen mit frischen Zutaten und weniger „Fix“.
· Einfach mal mutiger und konsequenter sein!

Mutiger bedeutet hier ganz klar, einfach mal Neuland in der Küche betreten. „Neue“ Dinge einkaufen, zubereiten und ausprobieren. Wenn es nicht schmeckt, Pause machen und später nochmal anderes zubereitet probieren.
Essen ist Erziehungssache, Gewöhnungsache und Kulturell geprägt. Was ich in Kindheit nicht gegessen habe/nicht mochte „mag“ ich heute noch nicht. So bilde ich mir und rede es mir zumindest oft ein. Doch jetzt heißt es kochen, probieren und notieren.
Ich glaube an viele Dinge könnte ich mich gewöhnen und lernen sie zu mögen.

· Frieden und Freundschaft mit ungeliebter Nahrung schließen!

Konsequenter bezieht sich vor allem auf die Einkäufe. Konsequent die Einkäufe im Supermarkt ab scannen und liegen lassen wenn die Inhaltsstoffe „schlecht“ sind.

· Nahrung verbrauchen und weniger wegschmeißen.

Unsere Nahrung ist zu billig, wir haben zuviel Geld. Wir kaufen was uns „anlacht“, lassen es dann oft vergammeln und schmeißen es dann weg.

· Weniger ist mehr!

Bewusst weniger gute, evtl. teurere Lebensmittel einkaufen und verbrauchen.
Kostet ein Produkt 50% mehr wird es mich mehr ärgern es wegzuschmeißen, ergo ich esse es schneller auf!

Ein weiterer Schritt diese Ziele zu erreichen soll unsere „Bio-Kiste“ werden.
Wir haben uns für ein Probe-Abo einer Obst und Gemüsekiste angemeldet. Wir wollen uns bewusst überraschen lassen was uns da erwartet. Geliefert wird die Kiste immer gleich mit Rezepten zur Verarbeitung des Inhalts.
Gute, teurere, regionale, „unbekannte“, Bio-Produkte zum ausprobieren und genießen!?
Mal abwarten!.


Ein bisschen Angst habe ich nur, dass wir den Falschen Zeitpunkt für das Experiment erwischt haben. Derzeit liegen in unserer Küche nämlich noch Unmengen Obst und Gemüse von einer kleinen „Feier“.
Da werde ich mich mal ranhalten, damit bis Freitag die Küche frei für unsere Bio-Kiste ist.

· „Überschuss“ konservieren

Egal ob eigener Anbau oder zuviel gekaufte Nahrung. Ich möchte weiterhin versuchen lieber etwas zu konservieren als es vergammeln zu lassen und wegzuschmeißen.
Runzeliger Apfel? Zuviel gekocht? Einmachen, einfrieren oder andere Lösungen finden.


Soweit so gut.
Dies sind unsere neuen "Thesen"
Am besten Ausdrucken und an den Kühlschrank nageln :-)

Kommentare:

  1. Tja, es gab Zeiten, da haben wir Glutamat noch extra ins Essen eingerührt, weil es uns besser/intensiver schmeckte.

    Ich habe die Sendungen leider nicht gesehen.
    Wir haben ums Eck einen neu eröffneten Hofladen.
    Vielleicht sollte man sich den mal ansehen.

    LG - Heike

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  2. Hm, offenbar müssen bestimmte Dinge, die unsere Nahrung betreffen immer wieder ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden. Ich bin ja schon etwas länger auf diesem Planeten als Du
    , deshalb sind die Dinge, die jetzt in der Themenreihe des Fernsehens behandelt wurden ( übrigens auch im Radio hier in Berlin) mir seit mehr als dreißig Jahren bekannt und bewusst.Was bespielsweise zum Glutamat und den Zusatzstoffen berichtet wurde ist nichts Neues. Als mein Sohn noch klein war, habe ich auch wesentlich mehr Wert auf gesunde Nahrungsmittel gelegt und sie danach ausgewählt, inzwischen bin ich seeehr nachlässig geworden. Eine Öko-Kiste haben wir zwar immer noch , um auch die regionale Wirtschaft zu unterstützen.
    Ich bilde mir ein durch meine mütterliche Erziehung ( Muttern kochte immer frisch) eine gute 'Geschmacksprägung' erfahren zu haben und deshalb 'Fast-Food' schon immer nicht besonders mochte, aber eben doch mehr Nachlässigkeiten zulasse als früher.
    Neue Erkenntnisse gibt es für mich aber auch, die dieses ganze ernährungsreligiöse Getue kritisch hinterfragen, und die finde ich hier:
    http://www.das-eule.de/index.html
    LG
    Sisah

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  3. Ich glaube wir Menschen sind sehr gut im Verdrängen von Tatsachen.

    Und hier beziehe ich mich nur auf das Thema „Essen“, obwohl es dort schon jede Menge zu verdrängen gibt:
    - Herkunft der Lebensmittel, Inhaltstoffe und und und.
    Aber auch das Thema Umweltschutz, Energieeinsparung, CO².

    Wir denken nicht weiter als bis zu unserer Haustüre.
    Hauptsache wir können ohne Abstriche tun und lassen was wir wollen. Solange alles funktioniert sind wir glücklich. Wir wollen nicht auf Luxus und Komfort verzichten. Der Standard mit dem wir großgeworden sind steigt stetig an. Wir können uns immer mehr leisten als früher und wollen das auch.

    Wir leben in einer Luxus-Gesellschaft.

    Wenn wir unsere Besitztümer einmal nach wirklich Wichtigen, Lebensnotwendigen und unwichtigen, Luxus-, Komfort-Produkten auflisten würden, dann wäre eine Seite der Liste schnell gesprengt.
    Wir kaufen nicht was wir (wirklich)brauchen, sondern was wir unbedingt haben wollen.

    Luxus-Gegenstände, wie der Handmixer vereinfachen uns das Leben, aber es ging früher, geht heute und wird auch morgen ohne solche Geräte gehen.
    Diese Tatsache Verdrängen wir gerne bzw. wir versuchen es irgendwie zu rechtfertigen. Welche Folgen solches Verhalten aber Hochgerechnet auf alle Menschen und auf die Dauer von Jahrzenten auf unsere Umwelt hat…?

    Wen interessiert es denn wirklich?
    Stecker rein, Fön an!

    Ich bin auch nicht anders. Auch ich besitze ein Auto, eine Waschmaschine und diverse andere „Luxus-Geräte“. Auch ich möchte mein Leben nicht soweit verlangsamen und runterschrauben bis ich den ökologisch Vertretbaren CO²-Ausstoß eines einfachen Menschen aus Somalia besitze.

    Aber ich finde es super, dass mir solche Themen-Sendungen die Schizophrenie bestimmter Zusammenhänge vor Augen führen. Die Schnittblumen-Produktion in Kenia zum Beispiel.


    Okay ich weiche völlig vom Thema ab. :-) Aber zur Zeit beschäftigt mich sowas total.

    Ich fand diese Themen-Woche super, mir tat es gut.
    Ein Motivationsschub eigene eingefahrene Verhaltensweisen zu überdenken, zu ändern, zu verbessern.
    Für mich und auch ein bisschen für meine Umwelt.

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  4. Da wünsche ich euch viel Durchhaltevermögen bei euren guten Vorsätzen. Ein wirklich wichtiges Thema.
    Wir versuchen schon länger so zu kochen/essen/leben. Fertigprodukte gibt es so gut wie keine, irgendwelche "Fix"-Produkte seit vielen, vielen Jahren nicht mehr. Dafür regional, saisonal, möglichst nur alle zwei Wochen mal Fleisch.
    Es dauert eine Weile, bis man sich umstellt, bis das Kochen "einfach" wird und schnell von der Hand geht, wenn man es anders gewohnt ist. Deshalb: Lieber nicht zu viel auf einmal vornehmen, sondern eins nach dem anderen, nicht dass euch die Lust am Ausprobieren und Umstellen vergeht.
    Essen wegwerfen ist für mich ein Tabu. Bei uns werden alle Reste verwertet. Da wird man mit den Jahren ganz schön kreativ!
    Liebe Grüße & gutes Gelingen bei eurem Vorhaben, Margit

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